Archäologische Forschung


Inszenierung von Identitäten. Unteritalische Vasen zwischen Griechen und Indigenen

Kolloquium am 26. Oktober 2016, Bodemuseum, Gobelinsaal, Am Kupfergraben, Berlin
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Gefährliche Perfektion – Antike Grabvasen aus Apulien
17.06.2016 bis 18.06.2017
Altes Museum, Berlin

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen dreizehn große, aufwendig verzierte Vasen aus Ceglie del Campo bei Bari in Apulien. Als Grabbeigaben geben sie einen Einblick in die Bestattungssitten der dort vor 2500 Jahren einheimischen wohlhabenden Bevölkerung. Die Gefäße sind mit abwechslungsreichen Szenen aus der griechischen Mythologie bemalt. Der plötzliche Tod durch Kampf und Krieg wird hier ebenso thematisiert wie ein glückseliges Leben in dionysischen Gefilden.
Dass diese Vasen aus den Beständen der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin nach kriegs- und nachkriegsbedingten Beschädigungen erstmals wieder ausgestellt werden können, ist einem sechsjährigen Kooperationsprojekt mit dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles zu verdanken. In diesem Projekt wurden die Gefäße – einige in Los Angeles und andere in Berlin – sorgfältig restauriert. Außerdem wurde die neuzeitliche Geschichte der Vasengruppe, die bereits 1828 an die Berliner Museen kam, erforscht.
Neben spannenden archäologischen Aspekten beleuchtet die Ausstellung auch die erste Restaurierung der Vasen in der Werkstatt des Neapolitaner Restaurators Raffaele Gargiulo. Dieser vervollständigte fehlende Bildszenen mit so großer Meisterschaft, dass Zeitgenossen von einer „gefährlichen Perfektion“ sprachen: Ergänzungen und antikes Original waren nicht mehr voneinander zu unterscheiden.

Ein mit Unterstützung der Dr. Peter Deubner-Stiftung restaurierter Gargiulo-Krater ist in der Berliner Ausstellung zu sehen.
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Antiker Vasen-Krimi in Berlin

In der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin befindet sich unter der Inventar-Nummer 3884 ein stattlicher Volutenkrater, der 1865 von dem neapolitanischen Restaurator Raffaele Gargiulo erworben wurde. Er ist aus Stücken zusammengesetzt. Die Henkel wurden mit Metallstiften angesetzt. Den Krater schmückt ein Relief, das die Schleifung Hektors und die Lösung der Leiche durch seinen Vater Priamos zeigt. Der Krater gibt Rätsel auf. Probebohrungen haben nämlich ergeben, dass einige Partien auf römischen Ursprung verweisen, während andere griechischer Herkunft zu sein scheinen. Es stellt sich die Frage, ob der Volutenkrater ein Pasticcio des bekannten Restaurators und Kunstfälschers ist. Eine eingehende Untersuchung soll darüber Auskunft geben, an der sich die Deubner-Stiftung ideell und finanziell beteiligt.




Eine schöne Vase aus Pergamon

2. Hälfte des 2. Jahrhunderts v.Chr.
Berlin, Antikensammlung SMB, P 415 + P 366
Ton. Munsell 5YR 6/6. Höhe 19,6 cm. Durchm. Fuß 12 cmDie weißgrundige Lagynos stammt aus dem hellenistischen Pergamon und war nur in Fragmenten erhalten. Durch die Unterstützung der Dr. Peter Deubner-Stiftung konnte sie im Jahre 2011 gründlich restauriert werden. Sie ist nun in der einmaligen Pergamon-Ausstellung der Berliner Antikensammlung auf der Berliner Museumsinsel zu bewundern. Der Erhalt antiker weißgrundiger Vasen ist ein Anliegen der Stiftung, da sich in der Sammlung Deubner auch eine weißgrundige Lekythos des Schilf-Malers aus der Zeit um 410 v.Chr. befindet.
Literatur zu der Vase: A. Conze: Stadt u. Landschaft. Berlin 1913, 277; J. Schäfer: Hellenistische Keramik. Berlin 1968; V. Gassner, Tetragonos-Agora. Wien 1997, 70 Nr. 206; S.I.Rotroff: Hellenistic Pottery. Princeton 1997, 390, Nr. 1503


Weißgrundige Lagynos, Antikensammlung der
Staatlichen Museen zu Berlin, Foto: E. Alvarez-
Dossmann



Deubner-Stiftung ermöglicht die Restaurierung einer wertvollen griechischen Vase der Antikensammlung zu Berlin

Bei einem Besuch der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin fiel Dr. Peter Deubner eine attische weißgrundige Lekythos auf, die sich einer besonders schönen Bemalung erfreut, sich sonst aber in einem bedauernswerten Zustand befand. Die Reste der farbigen Malerei waren noch gut zu erkennen. Es fehlte jedoch der Henkel. Hals und Mündung der Vase waren abgetrennt, aber immerhin noch vorhanden. Ansonsten war der Körper der Vase intakt. Die Oberfläche hatte unter der Bodenlagerung und vorhergehenden Restaurierungen stark gelitten. Die Lekythos bedurfte also einer raschen Restaurierung, um die Originalsubstanz noch zu retten.

Da sich in der Sammlung Deubner eine ähnliche Vase, ebenfalls eine weißgrundige Lekythos des sog. Schilf-Malers, befindet, war es ein Anliegen der Deubner-Stiftung, diesem entsprechenden Exemplar der Antikensammlung zur Rettung zu verhelfen. Sie erklärte sich zur Übernahme der Kosten einer fachkundigen Restaurierung bereit. Die Lekythos kann nun in der Antikensammlung in restaurierter Form bewundert werden.

Die Vase stammt aus dem Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. Sie diente als Öl-Behälter für die griechischen Bestattungsriten. Mit Öl wurde der Leichnam eingesalbt. Am Grab wurden Ölgefäße aufgestellt. Insofern befassen sich die Malereien auf den weißgrundigen Lekythen bevorzugt mit Themen des Grabkultes und der Totenwelt. Auf der Vase der Antikensammlung ist der Besuch am Grab dargestellt: der Grabstele in der Mitte, nähert sich von rechts eine Frau mit einem Korb voller bunter Schmuck-Bänder. Der sehr junge Mann mit kurzem lockigem Haar und Lyra und auf der linken Seite ist wohl der Verstorbene. Die Vase des Schilf-Malers aus der Deubner-Sammlung hingegen zeigt eine junge Frau am Ufer des Unterweltflusses Styx, die auf ihre Überfahrt mit dem Toten-Fährmann Charon wartet.

Die Deubner-Stiftung widmet sich seit ihrer Gründung vor 10 Jahren zweien recht unterschiedlichen Zielen, bevorzugte Anliegen des Stifters. Einerseits werden wissenschaftliche Aufgaben, insbesondere auf dem Gebiet der Kunstgeschichte und der Archäologie, gefördert, zum anderen ist es unser Anliegen, Menschen, die am Rande unserer Gesellschaft leben – vor allem Obdachlosen und anderen Bedürftigen – Hilfe anzubieten.


Weißgrundige Lekythos, Antikensammlung der Staatlichen
Museen zu Berlin, Foto: Sonja Radujkovic




Weißgrundige Lekythos (Detail), Antikensammlung der
Staatlichen Museen zu Berlin, Foto: Sonja Radujkovic



Weißgrundige Lekythos des sog. Schilf-Malers, Sammlung
Nele und Peter Deubner, Foto: Günter Puhze